Geschichte

1925
Am 10. Februar 1925 wurde in der Gaststätte „Bartmannshaus“ das Reiter-Korps „Jan von Werth“ gegründet, durch den Stammtisch „Fidele Häre“. Folgende Gründungsmitglieder sind in den Archiven aufgeführt: Reiner Fischer sen., Jan Moeres, Adolf Winkel, Franz Thelen, Paul Bertram und Wilhelm Pracht.
1926
Das Reiter-Korps „Jan von Werth“ veranstaltete seine erste größere Sitzung, im Louisenhof auf der Ehrenstraße. Am 14. August 1926 erfolgte die Eintragung des Korps in das Vereinsregister.
1927
Beim ersten Umzug nach dem 1. Weltkrieg, der unter dem Namen „Bunte Kappenfahrt“ lief, war das Korps bereits vertreten. Die grün-weißen Reiter defilierten direkt hinter dem Wagen des damaligen Prinz Karneval, Ferdinand Leisten I.
1928
Beim ersten „normalen“ Rosenmontagszug war das Korps mit 26 Pferden und einer Reiterstandarte vertreten. Eigene Uniformen gibt es zu diesem Zeitpunkt noch nicht, man versorgte sich aus den Beständen des Kostümverleihs Bongardt.
1935
Die Jubiläumssitzung im Festsaal der Harmonie auf der Apostelnstraße war das glanzvolle Ereignis zum zehnjährigen Bestehen des Korps. Erstmals wird dem „Jan“, Peter Deitermann, eine „Griet“ zur Seite gestellt, dargestellt von Franz Breuer.
1939
Die Ehefrau des Korpskommandanten Paul Bertram war die erste Frau, die einen Vorstoß in die karnevalistische Welt der Männer unternahm. Sie reitete 1939 als „Wallensteinerin“ an der Seite ihres Mannes im Rosenmontagszug mit.
Der damaige Ballettmeister der Kölner Oper erstellte die Choreographie für den „Waffengang“, einen schweren Reitertanz mit gezogenem Säbel, der bis heute erhalten geblieben ist. Schnell eroberten die grün-weißen Reiter mit ihrem Tanz die Säle in Köln und um Köln. Während der Weltwirtschaftskrise war das Publikum für jede Abwechslung dankbar, denn Sitzungen wurden kaum noch abgehalten. Die Männer des Tanzkorps schlugen sich durch, mehr schlecht als recht. Auftritte mit ihrem „schweren Reitertanz“ und dem „Waffengang“ gab es zum Beispiel im Kaufhof, bei Gerling, oder in Kneipen wie „Bei d’r Tant“ oder „In d’r Kääz“.
1941
Der Zweite Weltkrieg traf alle Kölner Karnevalsgesellschaften, auch das Reiter-Korps „Jan von Werth“. Zur letzten Generalversammlung am 19. Januar 1941 erschienen noch 14 Mitglieder im „Altstadt-Bräu Georg Risch“.
1945
Der Vorkriegskommandant Paul Bertram versuchte sofort nach Kriegsende die Mitglieder wieder zu sammeln. Kamen die Uniformen vor dem Kriege noch aus dem Kostümverleih, so werden jetzt welche angefertigt. Dazu „organisiert“ Paul Bertram, aus dem Textilgeschäft seiner Frau, eine Rolle schwarzen Samt. Und so konnte das Korps mit dem Namen „Reiter-Korps Jan von Werth 1925 Schwarz-Gold e.V.“ wieder in Erscheinung treten. Wahrscheinlich blieb diese Bezeichnung bis 1949.
1948
Am 15. Mai 1948 fand die erste Versammlung des Korps statt. Kurioserweise trafen sich die Reiter zur Pflege kölschen Brauchtums nicht in Köln, sondern im „Waldrestaurant Kürten“ in Leverkusen-Schlebusch. Der Mitgliedsbeitrag betrug nun 10 Reichsmark.
Für die folgende Session wurde ein umfangreiches Programm festgelegt. Das erste öffentliche Auftreten des Reiter-Korps nach dem Krieg war die Feier zum „Elften im Elften“ 1948, die im „Restaurant Regina“ am Dom stattfand.
1949
Der ersten Rosenmontagszug nach dem Krieg fand als erweiterte Kappenfahrt statt, unter dem Motto „Mer sin widder do und dun wat mer künne“. Das Reiter-Korps „Jan von Werth“ war dabei, mit 16 Reitern in den Farben grün-weiß und einem berittenen Musikkorps. „Jan un Griet 1949“ waren Johann Hens und Karl Kook.
In diesem Jahr wurde der Senat gegründet, Christian Burgwinkel wurde als erster Senatspräsident gewählt.
1950
Glanzvoller Höhepunkt war die Jubiläumssitzung zum 25-jährigen Bestehen der Gesellschaft, die am 29. Januar 1950 im „kleinen Gürzenich“ stattfand.
Der Gürzenich, Kölns gute Stube, lag noch in Trümmern. Die Kreissparkasse am Neumarkt, gerade wieder aufgebaut, hatte eine große Kassenhalle und war für karnevalistische Festivitäten perfekt geeignet war. Kaum hatten die Kassierer die letzte Einzahlung abgerechnet, räumten sie ihre Schalter. Binnen Stundenfrist wurde aus dem nüchternen Raum für Geldgeschäfte ein Festsaal, eben der „kleine Gürzenich“.
Jupp Wallraff wurde im Dezember 1950 zum Präsidenten des Reiter-Korps gewählt. Er hatte dieses Amt bis zum Jahre 1962 inne, mit einer kurzen Unterbrechung in 1952 bis 1953.
1951
Der „Jan“ bekommt nun endlich eine weibliche „Griet“. Lutz und Gisela Osterkorn stellen das Traditionspaar des Korps dar.
1952
Helga Fetten wurde die erste Marketenderin des Tanzkorps.
Zum 300. Todestag des Namenspatrons Jan von Werth initiiert Jupp Wallraff die „Fastelovendsoper“, sie griff das alte Cramer-Lied von „Jan un Griet“ erfolgreich auf.
1954
An Weiberfastnacht fand am Fuß des Denkmals für Jan von Werth ein Feldlager statt: Es wurde mit großer Begeisterung von der Kölner Bevölkerung aufgenommen.
1955
An der Eigelsteintorburg wurde erstmals an Weiberfastnacht das „Spill an d’r Pooz“ aufgeführt. Schon damals zog die Aufführung das Interesse der Kölner Bürger auf sich, denn Jan von Werth kennt schließlich jeder.
1962
Ferdi Hammerschmidt wurde Präsident.
1964
Kurt Rodach wurde neuer Präsident des Reiter-Korps, bis 1969. Während dieser Amtszeit endete das Spiel am Eigelsteintor, es musste den Stadtplanern weichen und wurde zunächst „für die Zeit der Umbauarbeiten“ auf die andere Seite der Stadt verlegt, zur Severinstorburg. Was als Übergangslösung gedacht war, etablierte sich. Aus historischen Dokumenten zeigte sich, dass Jan von Werth seinerzeit vom Süden her nach Köln einzog. Da liegt die Severinstorburg geschichtlich genau richtig.
1967
Mit Gründung des Reservekorps wurde das „Tanz- und Reservekorps“ geschaffen und in 1. Schwadron umbenannt.
1968
Das Reiter-Korps zieht es über den großen Teich. Ebbes und Hanne-Käthe Weber als „Jan un Griet“ ziehen mit Willy Millowitsch und dem „Eilemann Trio“ nach Kanada, in Toronto und Ottawa besuchten sie befreundete Karnevalsgesellschaften.
1969
Jakob Pütz, genannt „Pütze Köbes“, wird Präsidenten und erster Vorsitzender in Personalunion. Ebbes Weber wird neuer Senatspräsident.
1970
Am 7. Januar 1970 wird der bisher vereinsintern begangene Korps-Appell öffentlich. „Jan un Griet“ wurden dargestellt von Dr. Herbert Mettlach mit seiner Frau Margot.
1972
Erstmals wurden „Jan un Griet“, Josef und Liesel Müser, gemeinsam mit dem Vorstand am Karnevalsfreitag vom Oberbürgermeister der Stadt Köln empfangen. Für Theo Burauen war dies ein großer Erfolg. „Döres“, wie man ihn auch liebevoll nannte, machte aus diesem Empfang eine Tradition, die von seinen Nachfolgern bis heute gepflegt wird.
1973
In Sommer besucht das Reiter-Korps das Schloss Benatek in Böhmen. Hier verbrachte Jan von Werth seine letzten Lebensjahre liegt dort begraben. Am 23. Oktober 1973 wurde das Feldkorps gegründet, die 2. Schwadron. Der erste Schwadronsführer des Feldkorps wurde Dr. Willi-Dieter Osterbrauck.
1974
Der amtierende „Jan“ erhält an Karnevalsfreitag beim Empfang des Oberbürgermeisters John van Nes Ziegler eine Silberkette. Die wurde vom damaligen Korpsschreiber der Gesellschaft, dem Goldschmied Siegfried Schneider, angefertigt. Die Kette, deren Münzen Präsident Pütz in mühevoller Kleinarbeit zusammenkaufte, erinnert an jene historisch belegte Kette, die der Rat der Stadt Köln im Jahr 1637 Jan von Werth überreicht wurde. Sie war von Kölner Kaufleuten gestiftet worden, als Dank für die Befreiung der Festung Ehrenbreitstein von den Franzosen, die den Handel auf dem Rhein blockiert hatten. Auf den eingefügten Plattengliedern sind die Namen der jeweiligen Darsteller von „Jan un Griet“ graviert.
1975
Das Reiter-Korps „Jan von Werth“ stellt stolz zum ersten Mal das Kölner Dreigestirn: Prinz Edmund II. (Ebbes Weber), Bauer Kurt (Kurt Groten) und Jungfrau Josefa (Josef Müser).
Eine große Reisegruppe des Korps nimmt an der Steuben-Parade in New York teil, mit dem amtierenden  Dreigestirn.
Nach 50 Jahren ohne eigenes Domizil wurde endlich ein schönes Objekt gefunden – das Haus des Reiter-Korps „Jan von Wert“ steht in der Thieboldsgasse 137.

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